Die 4B
Bewegung
Die 4B-Bewegung
Hintergrund, Entstehung und gesellschaftliche DebatteDie sogenannte 4B-Bewegung entstand zwischen 2017 und 2019 in Südkorea und entwickelte sich zunächst vor allem über soziale Netzwerke.
Der Name leitet sich von vier koreanischen Begriffen ab, die alle mit der Silbe „Bi“ beginnen und sinngemäß für Verzicht oder Ablehnung stehen.
Die vier Grundsätze der Bewegung lauten: keine Ehe mit Männern, keine Kinder, kein Dating mit Männern und keine sexuellen Beziehungen mit Männern.
Für ihre Anhängerinnen stellt dies eine bewusste Entscheidung dar, traditionelle Erwartungen an Frauen zurückzuweisen.
Ein Ereignis, das viele Beobachter als Wendepunkt für die moderne Frauenbewegung in Südkorea betrachten, war der sogenannte Gangnam-Mord im Jahr 2016.
In einem öffentlichen Toilettenbereich im Seouler Stadtteil Gangnam wurde eine Frau von einem Mann getötet, den sie zuvor nicht kannte.
Während der Täter erklärte, Frauen hätten ihn sein Leben lang ignoriert, wurde die Tat von den Behörden zunächst nicht als geschlechtsspezifisches Hassverbrechen eingestuft.
Diese Entscheidung löste eine breite gesellschaftliche Debatte aus.
Viele Frauen sahen darin ein Symbol für ein tieferliegendes Problem aus Alltagssexismus, Frauenfeindlichkeit und mangelnder Anerkennung geschlechtsspezifischer Gewalt.
Tausende Menschen beteiligten sich an Protesten und Mahnwachen.
Für zahlreiche Aktivistinnen markierte dieser Fall den Beginn einer neuen feministischen Mobilisierung, aus der später auch Bewegungen wie 4B hervorgingen.
Nach Darstellung vieler Unterstützerinnen entstand die Bewegung außerdem vor dem Hintergrund struktureller gesellschaftlicher Probleme.
Dazu zählen unter anderem Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, Karriereunterbrechungen nach der Geburt von Kindern sowie politische Debatten über Gleichstellung und Frauenrechte.
Kritiker dieser Zustände sehen darin Anzeichen dafür, dass Frauen in vielen Lebensbereichen noch immer mit erheblichen Nachteilen konfrontiert sind.
Zusätzliche Empörung lösten die sogenannten Spycam-Skandale aus. Dabei wurden Frauen heimlich in Umkleidekabinen, öffentlichen Toiletten und Hotelzimmern gefilmt.
Die Aufnahmen wurden anschließend über das Internet verbreitet oder verkauft. Viele Betroffene und Aktivistinnen kritisierten, dass die Täter häufig nur vergleichsweise milde Strafen erhielten.
Die Fälle führten zu landesweiten Protesten und verstärkten die Forderungen nach einem besseren Schutz von Frauen und einer konsequenteren Strafverfolgung.
Ein weiterer Einschnitt war der Burning-Sun-Skandal im Jahr 2019.
Mehrere bekannte Persönlichkeiten aus der südkoreanischen Unterhaltungsindustrie gerieten damals in den Verdacht, an sexuellen Straftaten beteiligt gewesen zu sein oder entsprechende Inhalte in privaten Chatgruppen verbreitet zu haben.
Aufgrund der Prominenz der Beteiligten erregte der Fall weltweit Aufmerksamkeit und wurde für viele Menschen zum Symbol für Machtmissbrauch und ungleiche gesellschaftliche Strukturen.
Die Anhängerinnen der 4B-Bewegung betonen, dass die Bewegung nicht als Aufruf zum Hass auf Männer verstanden werden soll.
Vielmehr sehen viele Unterstützerinnen sie als Reaktion auf Erfahrungen mit Gewalt, Diskriminierung, gesellschaftlichem Druck und mangelndem Schutz von Frauen.
Nach ihrem Selbstverständnis richtet sich der Protest gegen gesellschaftliche Strukturen und traditionelle Rollenerwartungen, nicht gegen einzelne Männer als Personen.
In den folgenden Jahren gewann die Bewegung auch außerhalb Südkoreas Aufmerksamkeit. Besonders in den USA wurde sie im Zusammenhang mit Debatten über Frauenrechte, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Entwicklungen diskutiert.
Soziale Medien trugen maßgeblich dazu bei, dass die Ideen der Bewegung international bekannt wurden und auch in anderen Ländern kontroverse Diskussionen auslösten.
Einordnung
Die 4B-Bewegung wird bis heute sehr unterschiedlich bewertet.
Befürworter sehen in ihr einen Ausdruck von Selbstbestimmung und einen Protest gegen gesellschaftliche Missstände.
Kritiker hingegen befürchten, dass eine dauerhafte Ablehnung von Beziehungen zwischen Männern und Frauen die gesellschaftliche Spaltung vertiefen könnte.
Unabhängig von der persönlichen Bewertung zeigt die Debatte, wie stark Themen wie Gleichberechtigung, Sicherheit, Rollenbilder und soziale Erwartungen moderne Gesellschaften prägen.
Bildinterpretation
Das auf dieser Webseite gezeigte Bild ist keine dokumentarische Darstellung der 4B-Bewegung, sondern eine künstlerische Interpretation moderner Meinungsbildung.
Die zentrale Figur im weißen Kleid symbolisiert eine Idee oder gesellschaftliche Strömung. Die Frauen im Kreis stehen für digitale Vernetzung und kollektive Kommunikation.
Die Smartphones verweisen auf soziale Medien als Verstärker von Botschaften, Überzeugungen und gesellschaftlichen Trends.
Das Motiv stellt daher weniger die Frage nach einem Konflikt zwischen Männern und Frauen, sondern nach dem Einfluss von Ideen auf Gruppen.
Es thematisiert, wie Überzeugungen entstehen, sich verbreiten und innerhalb einer Gemeinschaft verstärkt werden können.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie soziale Netzwerke, Vorbilder und gemeinsame Erfahrungen die Wahrnehmung einer ganzen Generation prägen.
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Die verwendeten Ausgangsfotografien stammen aus eigener Produktion bzw. wurden mit entsprechenden Nutzungsrechten erstellt. Die finale Bildkomposition stellt ein eigenständiges künstlerisches Werk dar.
© Alle Rechte vorbehalten.
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Das Entfernen oder Verändern von Signaturen, Wasserzeichen oder Urhebervermerken ist untersagt.
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Gemeinsam ausgearbeitet von: Jessica & Monika